| Übersicht | Themen | Rundbrief Abo | Praktikum? | Kontakt |
In den letzten Jahren sind in den BBU-WASSER-RUNDBRIEFEN folgende Notizen über Mineralwasser und damit zusammenhängende Fragen erschienen:
|
Leukämietod aus der Sprudelflasche?Das hatte der Mineralwasserbranche gerade noch gefehlt: Seit zwei Jahren stagnierende Umsätze und innerhalb der Branche ein knüppelharter Verdrängungswettbewerb. Und dann am 11. April 2000 auch noch eine PLUSMINUS-Sendung (ARD) über eine gesundheitsschädliche Strahlenbelastung aus der Mineralwasserflasche. PLUSMINUS-Mitarbeiter Dr. JÖRG HEIMBRECHT hatte die - in der Fachwelt seit Jahren bekannten -Radium-226-Konzentrationen in einigen Mineralwässern entdeckt und in der ARD die Alarmglocke geläutet:"Das ARD-Wirtschaftsmagazin PLUSMINUS (Sendung am Dienstag, 11.04.00 um 22:00 Uhr) hat 19 Mineralwasser-Sorten von einem europaweit anerkannten Fachlabor analysieren lassen. Auf keiner der untersuchten Flaschen war die Belastung angegeben. Fünf Mineralwässer enthielten extrem viel Radium-226. Wären Abwässer von Uran-Aufbereitungsanlagen oder Brennelement-Fabriken eben so hoch belastet, müssten die Betriebe von den Behörden geschlossen werden. (...) Eine Reihe der untersuchten Mineralwässer dürfte wegen ihrer Radium-Belastung nicht in die USA exportiert werden. Dort haben die Gesundheitsbehörden Grenzwerte festgelegt. In mehreren Studien hatten Wissenschaftler bei erhöhter Radiumbelastung von Wasser eine Zunahme von Leukämieerkrankungen bei Kindern festgestellt. In Deutschland dagegen gibt es bis heute keinen Grenzwert für Radium in Mineralwasser. Mehrere Mineralwasser-Hersteller wollen das Radium aus ihren Produkten herausfiltern. Nach der geltenden Mineralwasser-Verordnung ist dies aber nicht erlaubt" (ARD-Pressetext). Weitere Auskunft: Dr. Jörg Heimbrecht Tel: 0172-210 49 66 Redaktion: Klaus Schmidt, Tel: 0221-220-3905 95, Fax: -3979 |
Mineralwasserbranche kontert: "Reine Panikmache"Die imageschädigende und absatzgefährdenden Aussagen der PLUSMINUS-Sendung wollte die Mineralwasserbranche nicht auf sich sitzen lassen. In einer Pressemitteilung vom 10.4.00 wird unter der Überschrift "Reine Panikmache - keine Gefahr für die menschliche Gesundheit" u.a. festgestellt, daß Fachleute bereits 1988 Entwarnung gegeben hätten:"Durch andere Komponenten wie die externe Strahlung und die Radonkonzentration in Innenräumen ist der Mensch weit höheren Unterschieden in der natürlichen Strahlenexposition ausgesetzt als durch den Konsum von Mineralwasser und Trinkwasser. Dementsprechend war es nicht notwendig, Grenzwerte oder Richtwerte für Radium-226 in Mineralwasser zu empfehlen." Verwiesen wird auf eine allgemeine Grundbelastung mit Radium in allen Lebensmitteln, die bei Paranüssen eine Spitzenbelastung mit über 10.000 Milli-Becquerel je Kilogramm erreichen könne. "Demgegenüber beträgt der Durchschnittsgehalt an Radium-226 bei Mineralwasser 60 Milli-Becquerel je Liter. Die Radioaktivität, der wir durch die kosmische und die terretrische Strahlung seit jeher ausgesetzt sind, ist im Durchschnitt bedeutend höher." Schützenhilfe erhielt die Mineralwasserbranche auch von externen Fachleuten, die eine Gesundheitsgefährdung durch Radium-226 aus der Mineralwasserflasche nicht erkennen wollten. Weitere Auskunft: Verband Deutscher Mineralbrunnen - z.Hd. Frau Heike Schur - Kennedyallee 28 53175 B o n n Tel.: 0228/95 990-0, -21, Fax: 37 34 53 Internet: www.mineralwasser.com |
Wie kommen die alpha-Strahler ins Wasser - und was richten sie an?Mineralwasser, das vulkanische Gesteinsschichten oder kristallines Urgestein (Gneis, Granit) durchfließt, nimmt geogen vorhandene alpa-Strahler aus der Uran- und Thoriumreihe auf. In Deutschland geförderte Mineralwässer weisen in diesen Regionen Spitzenbelastungen bis zu 600 Milli-Becquerel pro Liter (mBq/l) auf. In der Schweiz wurden bereits 1994 Mineralwässer aus Portugal zurückgewiesen, die erhöhte Radium-226-Konzentrationen aufgewiesen hatten (BAS.ZTG. 5.8.95). Je nach Gesteinsart, aus dem das Trinkwasser gefördert wird, kann auch Trinkwasser vergleichsweise stark mit Radium-226 belastet sein. In den UMWELTNACHRICHTEN 84/99 des Münchner Umweltinstituts hat KARIN WURZBACHER unter der Überschrift "Wie radioaktiv ist unser Trinkwasser?" (S. 7 - 11) die gesundheitliche Bedeutung der Alpha-Strahler im Wasser u.a. folgendermaßen umschrieben:"Die Alpha-Strahlung von Radium-226 ist energiereich und wirksam, die Halbwertszeit (1.600 Jahre) ist sehr hoch, und der Stoff reichert sich im Körper an. Radium verhält sich chemisch ähnlich wie Calcium, wird in die Knochensubstanz eingebaut und bestrahlt dort über Jahre die blutbildenden Zellen des Knochenmarks. Eine Schädigung des blutbildenden Systems kann Leukämie hervorrufen. Besonders Kinder sind gefährdet, da sich bei ihnen der Knochenbau noch entwickelt und so mehr Radium eingelagert werden kann als bei Erwachsenen. Die Konzentration von Radium-226 in Trinkwasser sollte deshalb 40 mBq/l nicht überschreiten." Weitere Auskunft: UMWELTINSTITUT MÜNCHEN - Water Division - Schwere-Reiter-Str. 35/1B 81667 M ü n c h e n |
Mineralwasser mit 200.000 Milli-Becquerel?Zum Vergleich mit den zuvor genannten Becquerel-Konzentrationen zitieren wir aus den "SIEMENS-argumenten" vom 1.9.98. Dort wird zunächst erläutert, daß es sich bei einem Becquerel (Bq) um einen Kernzerfall pro Sekunde handelt. Kommt es also in 10 Litern Mineralwasser zu sechs Zerfällen pro Sekunde, so würde ein Liter dieses Mineralwassers 0,6 Bq bzw. 600 Milli-Bq aufweisen. In den "SIEMENS-argumenten" wird weiter ausgeführt:"Der menschliche Körper weist eine Radioaktivtät von ca. 8.000 Bq auf, hervorgerufen zum überwiegenden Teil durch das natürliche Nuklid Kalium-40. Mineralwasser enthält bis zu 200 Bq pro Liter [= 200.000 mBq/l! Auf Nachfrage wurde uns erklärt: Nicht in Deutschland, sondern Lit.-Spitzenwert] und Heilwasser bis zu 37.000 Bq pro Liter. Wesentlich höher sind die Werte im Bereich der medizinischen Diagnostik. Um z.B. ein Schilddrüsen-Szintigramm zur Erkennung von 'heißen' Knoten oder einer Schilddrüsen-Überfunktion aufnehmen zu können, werden dem Patienten einige Millionen Becquerel Technicium-99 verabreicht. Ein Kilogramm natürlicher Kalidünger enthält eine Radioaktivität von ca. 14.000 Bq. Ein Eisenbahnwaggon mit 25 t Kalidünger, wie er täglich auf vielen Transportrouten unterwegs ist, enthält demnach eine Radioaktivität von 350 Millionen Bq." Die "SIEMENS-argumente" vom 1.9.98 mit zahlreichen weiteren Vergleichsangaben zur Radioaktivität sowie zur Strahlendosis und -exposition können kostenlos angefordert werden bei der SIEMENS AG - Bereich Energieerzeugung (KWU) Ref KM1 - z.Hd. Herrn Dr. Max Hillerbrand Postfach 32 20 91050 E r l a n g e n Tel.: 09131/18-5095, Fax: -3979 |
Was alles im Mineralwasser drin ist ......kann man in folgenden Publikationen nachlesen:
|
|
Text von Nik Geiler © '2000 AK Wasser |